Kurz gesagt: Ein leeres Gebäude ist nicht nur ein leeres Gebäude. Leerstand kostet Geld, schadet dem Zusammenleben und belastet die Umwelt. Und er steckt an.
Wirtschaftliche Folgen
- Wertverlust: Das leere Gebäude selbst verliert an Wert. Und zieht oft die Nachbargebäude mit runter.
- Weniger Kundschaft, weniger Einnahmen: Jeder geschlossene Laden nimmt der Straße Laufkundschaft. Das trifft die verbliebenen Geschäfte und die Gewerbesteuer der Kommune.
- Kettenreaktion: Ein Leerstand macht die Lage unattraktiver, das führt zu weiteren Schließungen. Der teuerste Leerstand ist der, den man zu spät angeht.
Folgen für Stadtbild und Zusammenleben
- Verödung: Leere Erdgeschosse und dunkle Schaufenster nehmen einer Straße das Leben.
- Unsicherheitsgefühl: Unbelebte Orte werden gemieden. Ein Teufelskreis.
- Verlust von Treffpunkten: Wenn Läden, Gasthäuser oder Bankfilialen verschwinden, fehlt Menschen der Ort zum Zusammenkommen. Besonders auf dem Land.
Folgen für die Umwelt
Das ist der oft übersehene Punkt und ein starkes Argument:
- Graue Energie: In jedem bestehenden Gebäude steckt schon jede Menge Energie und CO₂ (aus Herstellung und Bau). Reißt man es ab und baut neu, wird all das verschwendet und neu ausgestoßen.
- Flächenfraß: Wer im Ortskern leer stehen lässt und stattdessen am Rand neu baut, verbraucht wertvolle Fläche und Natur.
- Bauschutt: Der Bausektor ist der größte Müllproduzent Deutschlands. Erhalten statt abreißen spart enorm.
- Merksatz: „Das nachhaltigste Gebäude ist das, das schon steht."
Wie man Leerstand bewertet
Nicht jeder Leerstand ist gleich dringend. Sinnvoll ist eine ehrliche Einschätzung: Wie lange steht das Objekt schon leer? In welcher Lage? Welche Ausstrahlung hat es aufs Umfeld? So lässt sich erkennen, wo Handeln am dringendsten ist.
Glossar
- Graue Energie: die Energie und das CO₂, die schon im Bau eines Gebäudes stecken.
- Flächenfraß: das Verbrauchen unbebauter Flächen für Neubau am Ortsrand.
- Kettenreaktion: ein Leerstand zieht weitere nach sich.