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TEIL H

Objekt- & Raumtypen

Vom Ladenlokal bis zur Kirche, vom Kaufhaus bis zur Brache: was bei welchem Gebäude und welchem Ort zählt.

6 min Lesezeit · Stand 1.6.2026

Kurz gesagt: Ein leerer Laden verlangt eine andere Lösung als ein leeres Kaufhaus, eine Kirche oder ein Bauernhof. Und dieselbe Immobilie in der Großstadt ist ein ganz anderer Fall als auf dem Dorf. Zwei Fragen entscheiden über die Strategie: Was für ein Gebäude? Und was für ein Ort?

Läden und Geschäfte

Der häufigste sichtbare Leerstand. Oft steht das Erdgeschoss leer, während oben gewohnt wird. Wege heraus: neue Handelsformen, aber vor allem Umnutzung. Zu Dienstleistung, Wohnen, Gastronomie, Praxen oder Treffpunkten. Die Monofunktion „Einkaufen" kommt vielerorts nicht zurück.

Kauf- und Warenhäuser

Die großen Sorgenkinder der Innenstädte: riesige Gebäude in bester Lage, die kaum jemand als Ganzes nachnutzen kann. Die Lösung ist fast immer die Aufteilung in einen Mix. Handel im Erdgeschoss, darüber Wohnen, Büro, Bildung, Verwaltung, Kultur. Solche Projekte sind teuer, langwierig und meist nur mit öffentlicher Beteiligung machbar.

Büros und öffentliche Gebäude

Büroleerstand steigt durch Homeoffice. Ein Teil lässt sich zu Wohnungen umbauen. Rechtlich erleichtert durch den „Bau-Turbo", wirtschaftlich aber anspruchsvoll. Alte Schulen, Rathäuser, Bäder oder Bahnhöfe wiederum sind oft ideale Kandidaten für Kultur, Bildung oder Verwaltung.

Kirchen

Weil die Kirchen Gebäude aufgeben, entsteht ein sensibler Sonderfall: Sakralbauten sind emotional und denkmalpflegerisch heikel. Gute Nachnutzungen respektieren die Würde des Ortes. Als Kulturkirche, Bücherei, Kolumbarium oder Gemeinschaftsraum.

Ländliche Gebäude

Höfe, Scheunen, alte Ortskern-Häuser: Hier geht es um die lebendige Ortsmitte. Zentral sind Nahversorgung (Dorfladen), Treffpunkte und das Wohnen im Kern statt am Rand. Gegen den Donut-Effekt.

Brachen

Aufgegebene Industrie- und Gewerbeflächen sind Problem und Chance zugleich: oft belastet und teuer in der Aufbereitung, aber ideal für neue Quartiere. Und ein direkter Beitrag gegen den Flächenverbrauch (Flächenrecycling).

Stadt ist nicht gleich Land

Dieselbe Aufgabe hat je nach Ort eine andere Logik: In der wachsenden Großstadt ist Umnutzungsdruck und Wohnungsmangel das Thema. In der schrumpfenden Kleinstadt geht es um Halten der Mitte und manchmal um geordneten Rückbau.

Glossar
  • Umnutzung: einem Gebäude eine neue Aufgabe geben.
  • Multifunktionalität: mehrere Nutzungen in einem Gebäude.
  • Brache: aufgegebene, ungenutzte (Industrie-)Fläche.
  • Flächenrecycling: die Wiedernutzung solcher Flächen statt Neubau auf der grünen Wiese.
  • Donut-Effekt: voller Rand, leerer Kern.