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Förderung & Finanzierung

Städtebauförderung, KfW, Länder- und EU-Töpfe: wie sich Fördermittel klug kombinieren lassen.

7 min Lesezeit · Stand 1.6.2026

Kurz gesagt: Gegen Leerstand vorzugehen kostet Geld. Aber selten muss die Kommune (oder der Eigentümer) das allein tragen. Es gibt ein dichtes Netz an Fördertöpfen von Bund, Ländern und EU. Der Trick ist, sie klug zu kombinieren.

Die Städtebauförderung: das Rückgrat

Das wichtigste Programm ist die Städtebauförderung von Bund und Ländern. Ab 2026 rund 1 Milliarde Euro pro Jahr. Sie hat drei Säulen:

  • „Lebendige Zentren" für Innenstädte und Ortskerne.
  • „Sozialer Zusammenhalt" für den Zusammenhalt in Quartieren.
  • „Wachstum und nachhaltige Erneuerung" für den Umbau von Städten.

Wichtig: Gefördert werden meist ganze Gebiete, nicht einzelne Häuser. Und zwar auf Basis eines Konzepts (dazu unten mehr).

Weitere Töpfe von Bund, Ländern und EU

  • KfW-Förderung: zinsgünstige Kredite und Zuschüsse fürs Sanieren und Umbauen, etwa das Programm „Jung kauft Alt" für den Kauf alter Häuser.
  • Länderprogramme: jedes Bundesland hat eigene Programme (Dorferneuerung, Ortskernförderung und andere).
  • EU-Mittel: etwa der EFRE-Fonds für regionale Entwicklung und LEADER für den ländlichen Raum.

Kleine Fonds mit großer Wirkung

  • Verfügungsfonds: ein kleiner Topf, aus dem schnell und unbürokratisch lokale Projekte unterstützt werden. Oft je zur Hälfte aus Förder- und aus privatem Geld.
  • Bürger- und Stiftungsmodelle: Wo der Markt nicht trägt, springen Genossenschaften, Vereine und Stiftungen ein. Etwa beim Bürger-Dorfladen, wo die Gemeinde das Gebäude stellt und die Bürger den Betrieb tragen.

Die wichtigste Regel: das Konzept ist die Eintrittskarte

Der zentrale Punkt, an dem viele scheitern: Ohne ein integriertes Entwicklungskonzept (ISEK) gibt es meist kein Geld. Dieses Konzept ist eine Art Fahrplan für ein Gebiet: Bestandsaufnahme, Ziele, Maßnahmen, Kosten. Es zu erstellen ist Aufwand, aber es ist die Voraussetzung für fast alle größeren Fördermittel. Für kleine Kommunen (unter 100.000 Einwohner) gibt es inzwischen Erleichterungen.

Glossar
  • Städtebauförderung: das große Bund-Länder-Programm für Städte und Ortskerne.
  • ISEK: integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, der geförderte „Fahrplan" eines Gebiets und Voraussetzung für viele Mittel.
  • Verfügungsfonds: kleiner, flexibler Topf für lokale Projekte.
  • KfW: Förderbank des Bundes mit günstigen Krediten und Zuschüssen.
  • EFRE / LEADER: EU-Fördertöpfe für Regionen bzw. den ländlichen Raum.